Aquarell malen lernen: Der ehrliche Anfänger-Guide aus der Schweiz
Du hast dir Aquarellfarben gekauft — oder überlegst noch. Vielleicht hast du ein Video gesehen, in dem jemand mit drei Pinselstrichen eine Blumenwiese zaubert, und dachtest: Das will ich auch können. Dann hast du es ausprobiert, und es sah aus wie ein nasser Fleck auf Papier.
Willkommen im Club. Mein erstes Aquarell sollte ein Lavendelfeld werden. Es sah aus wie ein violetter Sumpf. Ich hatte viel zu viel Wasser genommen, das billige Papier hat sich gewellt, und die Farben aus dem Schulmalkasten sahen stumpf und tot aus. Ich dachte: «Ich kann das einfach nicht.» Falsch. Ich hatte nur das Falsche benutzt — und keinen Plan, wie Aquarell funktioniert.
Aquarell ist die ehrlichste aller Maltechniken. Du kannst nichts übermalen, nichts verstecken, nichts rückgängig machen. Das Wasser entscheidet mit — und genau das macht es so faszinierend. Kein Aquarellbild gleicht dem anderen. Selbst wenn du dasselbe Motiv zweimal malst, wird es jedes Mal anders.
Wer Aquarell malen lernen will, braucht keine teure Ausrüstung und kein Talent. Was du brauchst: das richtige Material, ein paar Grundtechniken und die Bereitschaft, Kontrolle abzugeben. In diesem Guide zeige ich dir alles Schritt für Schritt — und am Ende malst du dein erstes kleines Bild. Versprochen.
Inhalt:
- Was macht Aquarell so besonders?
- Was brauchst du wirklich zum Starten?
- Die 4 Aquarelltechniken
- Dein erstes Bild in 15 Minuten
- 7 Anfänger-Fehler
- Metallic-Aquarell
- Aquarell unterwegs
- FAQ

Was macht Aquarell so besonders?
Transparenz statt Deckung
Bei Acryl oder Öl trägst du Farbe auf Farbe auf. Schicht um Schicht. Fehler verschwinden unter der nächsten Lage. Beim Aquarell ist das anders: Die Farbe ist transparent. Das Weiss des Papiers scheint durch jede Schicht hindurch — es ist quasi deine hellste «Farbe». Das bedeutet: Du arbeitest von hell nach dunkel. Helle Stellen sparst du aus oder lässt das Papier frei.
Das klingt einschränkend, ist aber das Gegenteil. Diese Transparenz erzeugt eine Leuchtkraft, die keine andere Technik so hinbekommt. Aquarellbilder wirken leicht, luftig, fast schwebend. Und weil das Wasser die Farbe bewegt, entstehen Verläufe und Effekte, die du gar nicht geplant hast — aber die das Bild erst richtig lebendig machen.
Aquarell, Gouache, Acryl — kurz erklärt
Falls du dich fragst, worin der Unterschied liegt:
- Aquarell — transparent, mit Wasser verdünnbar, arbeitet mit der Leuchtkraft des Papiers
- Gouache — deckend, ebenfalls wasserlöslich, aber du kannst hell auf dunkel malen
- Acryl — deckend, trocknet wasserunlöslich, verzeiht mehr Fehler
Aquarell ist die anspruchsvollste der drei Techniken — und die lohnendste, wenn du bereit bist, ein bisschen Kontrolle abzugeben.
Was brauchst du wirklich zum Starten?
Im Internet liest du Listen mit 20 Dingen, die du «unbedingt brauchst». Das ist Quatsch. Für den Anfang brauchst du genau vier Dinge.
Aquarellfarben — Näpfchen sind ideal für den Einstieg
Es gibt zwei Formen: Näpfchen (kleine gepresste Farbblöcke) und Tuben (flüssige Farbe zum Rausdrücken). Für den Anfang sind Näpfchen praktischer. Du brauchst keine Palette zum Anmischen, die Farben sind sofort einsatzbereit, und du verschwendest nichts.
Ein Set mit 12 bis 15 Farben reicht vollkommen. Damit kannst du alle Töne mischen, die du brauchst. Die Van Gogh Aquarell Pocket Box ist das Set, das ich Anfängern im Shop am häufigsten empfehle: 15 Näpfchen, ein Pinsel und eine Mischpalette im Deckel — alles dabei, CHF 28.90, und die Qualität ist ehrlich gut. Die Farben von Van Gogh haben eine hohe Pigmentdichte, lassen sich sauber mischen und die Lichtechtheit ist hervorragend. Das ist kein Spielzeug, sondern ein solides Einsteiger-Set, das auch fortgeschrittene Maler noch gern benutzen.
Wovon ich abrate: Die ganz billigen Schulwasserfarbkästen. Die Pigmentierung ist schwach, die Farben wirken stumpf, und du bekommst ein frustrierendes Ergebnis, das nichts mit echtem Aquarell zu tun hat.
Aquarellfarben-Sets im Vergleich
| Set | Preis CHF | Näpfchen | Für wen |
|---|---|---|---|
| Van Gogh Pocket Box | 28.90 | 15 | Anfänger — bestes Preis-Leistungs-Verhältnis |
| Sakura Koi Sketch Box | 44.90 | 12 | Unterwegs & Fortgeschrittene — sehr kompakt |
| Van Gogh Vibrant Colours | 28.90 | 15 | Wer leuchtendere Töne bevorzugt |
Alle drei Sets enthalten einen Pinsel und eine Mischpalette. Die Van Gogh Pocket Box ist mein Favorit für den Einstieg — die Pigmentdichte ist für den Preis unschlagbar.
Pinsel — ein guter Rundpinsel reicht
Du brauchst zum Start genau einen Pinsel: einen Rundpinsel in Grösse 8 oder 10. Rundpinsel können alles — breite Flächen (wenn du sie flach aufsetzt), feine Linien (mit der Spitze) und alles dazwischen. Synthetikpinsel sind für den Anfang absolut ausreichend und günstiger als Naturhaar. Mein Tipp: Das Van Gogh Aquarellpinselset Series 191 (Gr. 4/8/12) — drei Grössen, die alles abdecken. Wer lieber unterwegs malt, greift zum Pentel Wassertankpinsel — der hat ein eingebautes Wasserreservoir.
Später wirst du vielleicht einen breiten Flachpinsel für grosse Flächen und einen feinen Detailpinsel (Grösse 2) dazukaufen. Aber für die ersten Wochen reicht einer.
Papier — hier lohnt sich investieren
Das Papier ist wichtiger als die Farben. Wirklich. Auf normalem Druckerpapier oder dünnem Skizzenpapier wellt sich alles, die Farbe trocknet fleckig, und du denkst, du machst etwas falsch — dabei ist es nur das Papier.
Was du brauchst: Aquarellpapier ab 200 g/m², idealerweise 300 g/m². Es gibt drei Oberflächen:
- Fein (Satiniert) — glatt, gut für Details und Illustrationen
- Matt (Kaltgepresst) — leicht rau, der Allrounder und die beste Wahl für Anfänger
- Rau (Torchon) — stark strukturiert, für expressive Malerei
Kaltgepresstes Papier in 300 g/m² ist meine Empfehlung für den Start. Es verzeiht viel, nimmt Wasser gut auf und gibt dir die typischen Aquarell-Effekte.
Was du sonst noch brauchst
- Zwei Wassergläser — eins zum Auswaschen, eins mit sauberem Wasser
- Küchenpapier oder ein Lappen — zum Abtupfen und Kontrollieren der Wassermenge
- Ein weicher Bleistift (HB oder 2B) — zum Vorzeichnen
- Mischpalette — die meisten Farbkästen haben eine eingebaute im Deckel
Das war's. Keine Staffelei, kein Abklebeband, kein Maskierfluid. Das kommt alles später, wenn du Lust darauf bekommst.

Aquarell malen lernen: Die 4 Techniken, die du kennen musst
Wer Aquarell malen lernen will, braucht vier Grundtechniken. Alles andere baut darauf auf. Wenn du die beherrschst, kannst du jedes Motiv umsetzen.
1. Nass-in-Nass — der typische Aquarell-Look
Das ist die Technik, die Aquarell so unverwechselbar macht. Du befeuchtest das Papier mit sauberem Wasser und trägst dann Farbe auf die nasse Fläche auf. Die Farbe verläuft, breitet sich aus, vermischt sich — und du bekommst weiche, fliessende Übergänge, die kein anderes Medium so hinbekommt.
So geht's:
- Befeuchte einen Bereich des Papiers grosszügig mit klarem Wasser
- Warte, bis das Papier feucht glänzt, aber keine Pfützen stehen
- Nimm Farbe auf den Pinsel und setze ihn auf das nasse Papier
- Beobachte, wie die Farbe sich ausbreitet — nicht nachhelfen, laufen lassen
- Optional: Setze eine zweite Farbe daneben und lass die beiden sich treffen
Nass-in-Nass ist perfekt für Himmel, Hintergründe, Wasser und alles, was weich und diffus wirken soll.
Typischer Anfänger-Fehler: Zu viel Wasser. Das Papier soll feucht sein, nicht schwimmen. Wenn sich Pfützen bilden, tupfe sie mit dem Lappen weg, bevor du Farbe aufträgst.
2. Nass-auf-Trocken — Kontrolle und Details
Hier trägst du nasse Farbe auf trockenes Papier auf. Die Farbe bleibt dort, wo du sie hinsetzt — kein Verlaufen, kein Ausbreiten. Das gibt dir maximale Kontrolle.
So geht's:
- Das Papier bleibt trocken
- Mische Farbe auf der Palette an — nicht zu wässrig, nicht zu dick
- Male damit auf das trockene Papier
- Die Kanten bleiben scharf und definiert
Nass-auf-Trocken ist deine Technik für Details, Konturen, Vordergründe und alles, was scharf und klar sein soll.
3. Lasieren — Tiefe durch Schichten
Lasieren bedeutet: Du malst eine Schicht, lässt sie komplett trocknen, und malst dann eine weitere transparente Schicht darüber. Weil Aquarell transparent ist, scheint die untere Schicht durch — und die Farben mischen sich optisch, ohne sich tatsächlich zu vermischen.
So geht's:
- Male eine helle Farbschicht und lass sie vollständig trocknen (wirklich trocken — mit dem Finger prüfen)
- Male eine zweite Schicht darüber — entweder dieselbe Farbe (für mehr Intensität) oder eine andere (für Farbmischung)
- Wiederhole, bis du die gewünschte Tiefe hast
Wichtig: Die untere Schicht muss wirklich trocken sein. Sonst löst du die Farbe wieder an, und es wird matschig. Geduld ist hier der Schlüssel.
Lasieren ist perfekt, um Schatten aufzubauen, Tiefe zu erzeugen und Farben zu schichten, ohne dass alles in einem Einheitsbrei endet.
4. Trockenpinsel — Textur und Charakter
Eine unterschätzte Technik: Du nimmst wenig Farbe mit einem fast trockenen Pinsel auf und streichst über das Papier. Die Farbe bleibt nur an den erhabenen Stellen des Papiers hängen — und du bekommst eine raue, strukturierte Textur.
So geht's:
- Nimm Farbe auf den Pinsel
- Streiche den Pinsel über den Lappen, bis er fast trocken ist
- Streiche leicht und schnell über das Papier
- Die Textur des Papiers wird sichtbar
Trockenpinsel eignet sich für Baumrinde, Gras, Haare, Steinoberflächen — alles, was Textur braucht.
Bonus: Farben mischen — das Wichtigste in 30 Sekunden
Zwei Grundregeln: Weniger Farben mischen = leuchtendere Ergebnisse. Mische nie mehr als drei Farben, sonst wird es grau und stumpf. Und: Mische auf der Palette, nicht auf dem Papier — ausser du willst bewusst einen Nass-in-Nass-Effekt.
Die drei mächtigsten Mischungen für den Anfang:
- Blau + Gelb = Grün (für Landschaften)
- Rot + Gelb = Orange (für Sonnenuntergänge)
- Blau + Umbra = fast Schwarz (für Schatten — viel natürlicher als echtes Schwarz)

Dein erstes Aquarellbild in 15 Minuten
Genug Theorie. Schnapp dir dein Material — wir malen jetzt.
Dieses Motiv ist absichtlich simpel: ein Himmel mit Farbverlauf. Du brauchst nur zwei Farben und die Nass-in-Nass-Technik. Es funktioniert beim ersten Versuch, sieht aber trotzdem beeindruckend aus.
Schritt 1 — Papier vorbereiten
Schneide oder reisse ein Stück Aquarellpapier zurecht — etwa A5 reicht. Befeuchte die obere Hälfte grosszügig mit klarem Wasser. Das Papier soll gleichmässig feucht glänzen.
Schritt 2 — Blau aufsetzen
Mische auf deiner Palette ein kräftiges Blau an — Ultramarin oder Preussischblau. Setze den Pinsel oben am Rand des nassen Bereichs an und ziehe eine waagerechte Linie. Die Farbe wird sofort nach unten verlaufen. Das ist gewollt.
Schritt 3 — Verlauf erzeugen
Spüle den Pinsel aus und nimm nur klares Wasser auf. Streiche damit unter deiner blauen Linie — du «ziehst» die Farbe nach unten und verdünnst sie gleichzeitig. Je weiter unten, desto heller wird der Himmel. Lass den Übergang natürlich geschehen.
Schritt 4 — Wolken tupfen (optional)
Solange das Papier noch feucht ist: Tupfe mit einem sauberen, leicht feuchten Küchenpapier in den blauen Bereich. Du hebst Farbe ab — und es entstehen weisse Wolkenformen. Nicht zu viel, zwei oder drei reichen.
Schritt 5 — Horizont
Lass den oberen Bereich trocknen. Dann malst du mit wenig Farbe — ein Ocker oder Grün — eine einfache Horizontlinie und vielleicht eine angedeutete Hügelkette. Nass-auf-Trocken, damit die Linie scharf bleibt.
Fertig. Dein erster Aquarellhimmel. Er ist wahrscheinlich nicht perfekt — und das ist genau richtig.

3 weitere einfache Motive zum Üben
Wenn der Himmel geklappt hat, probier als nächstes:
- Eine einzelne Blume — Mohnblume oder Tulpe. Nass-in-Nass für die Blüte, Nass-auf-Trocken für den Stängel. Zwei Farben reichen: Rot und Grün.
- Berge mit Nebel — Lass dich vom Blick aus dem Fenster inspirieren (wir sind ja in der Schweiz). Male die hintersten Berge ganz blass, die vorderen immer dunkler. Lasieren von hinten nach vorn — perfekte Übung.
- Abstrakte Farbverläufe — Kein Motiv, nur Farbe. Befeuchte das ganze Blatt und lass verschiedene Farben ineinanderlaufen. Beobachte, was passiert. Das ist die beste Übung, um das Zusammenspiel von Wasser und Pigment zu verstehen.
7 Fehler, die fast alle Anfänger machen
Ich kenne jeden einzelnen davon — die meisten aus dem eigenen Atelier, die anderen aus Gesprächen mit Kundinnen im Shop. Hier ist die Abkürzung:
1. Zu wenig Farbe anmischen. Das ist mir erst letzte Woche wieder passiert: Ich war mitten in einem Himmelsverlauf, die Farbe war aufgebraucht, und den exakten Blauton habe ich nicht mehr getroffen. Mische immer mehr an, als du denkst — du wirst es brauchen.
2. Zu viel Wasser. Das Papier soll feucht glänzen, nicht schwimmen. Pfützen = unkontrollierbare Flecken. Lieber zu wenig als zu viel — nachfeuchten geht immer.
3. Zu ungeduldig. Die häufigste Ursache für matschige Bilder: Die untere Schicht war noch nicht trocken, als die nächste draufkam. Trocknen lassen. Wirklich. Geh einen Tee trinken.
4. Falsches Papier. Das war auch mein Fehler beim violetten Sumpf-Lavendelfeld (siehe oben). Auf 80 g/m²-Druckerpapier funktioniert kein Aquarell. Das Papier wellt sich, die Farbe steht, es trocknet fleckig. Ab 200 g/m² wird es besser, 300 g/m² ist ideal.
5. Zu dunkel starten. Aquarell funktioniert von hell nach dunkel. Du kannst immer dunkler werden, aber nie heller. Fang blasser an, als du denkst — du kannst jederzeit eine Schicht drauflegen.
6. Zu viel kontrollieren wollen. Aquarell hat einen eigenen Willen. Farbe verläuft, Wasser macht was es will. Das ist kein Fehler — das ist das Wesen der Technik. Lass es zu. Die schönsten Effekte entstehen durch Zufall.
7. Aufgeben nach dem ersten Bild. Dein erstes Aquarell wird nicht gut. Das zweite auch nicht. Das fünfte wird okay. Das zehnte macht Spass. Das zwanzigste zeigst du jemandem. Das ist der normale Weg — bei allen.

Metallic-Aquarell: Wenn es ein bisschen mehr glitzern darf
Wenn du die Basics draufhast und Lust auf etwas Besonderes bekommst: Metallic-Aquarellfarben sind ein eigenes Universum. Die Farben enthalten Interferenz- und Metallic-Pigmente, die je nach Lichteinfall schimmern und ihre Farbe verändern.
Die Van Gogh Metallic Edition enthält 12 Metallic- und Interferenztöne. Damit kannst du Sternenhimmel malen, die tatsächlich glitzern, oder Wasser, das im Licht schimmert. Es ist kein Ersatz für normale Aquarellfarben — eher eine Ergänzung, wenn du experimentieren willst.
Mein Tipp: Male ein normales Aquarellbild und setze am Ende gezielt Metallic-Akzente. Ein goldener Mond, silberne Reflexe auf dem Wasser, ein schimmernder Flügel. Weniger ist mehr.
Aquarell unterwegs — die Pocket Box als Reisebegleiter
Einer der grössten Vorteile von Aquarell: Du brauchst fast nichts zum Mitnehmen. Eine Pocket Box, ein Aquarellblock, ein Wassertankpinsel, eine Flasche Wasser — fertig. Das passt in jede Tasche.
Ich nehme meine Pocket Box überall hin mit. Letzten Sommer sass ich am Thunersee, kalter Kaffee neben mir, und habe versucht, die Blüemlisalp bei Abendlicht einzufangen. Es wurde nicht perfekt — die Berge waren zu dunkel, das Wasser zu blau. Aber es war mein Moment, mein Bild, und ich schau es mir heute noch an.
Es gibt eine eigene Szene dafür — Urban Sketching — bei der Leute ihre Umgebung direkt vor Ort in Aquarell festhalten. Keine Fotos, keine Filter, nur Stift und Farbe. In vielen Schweizer Städten gibt es Gruppen dafür — in Bern, Zürich, Basel treffen sich regelmässig Leute zum Skizzieren. Du brauchst kein Atelier und keinen perfekten Arbeitsplatz. Du brauchst nur 15 Minuten und ein bisschen Farbe.
Aquarell malen lernen: Die besten Ressourcen zum Weitermachen
Wenn dich das Aquarell-Fieber gepackt hat:
YouTube-Kanäle auf Deutsch:
- May & Berry — wunderschöne Tutorials, vor allem Blumen und florale Motive
- artistravel — Workshops mit professionellen Künstlern
- Frau Schimpf — toll erklärte Grundlagen-Übungen
Bücher:
- Aquarell-Grundkurs von Susanne Honnef — solider Einstieg
- Ganz einfach Aquarell von Ellie Burch — moderne, lockere Motive
Malkurse in der Schweiz: Schau in deiner Region nach VHS-Kursen oder Mal-Ateliers. Ein Live-Kurs ist unersetzlich, weil du siehst, wie jemand anderes den Pinsel hält und das Wasser kontrolliert. Das lernst du aus keinem Buch.
Verwandte Techniken auf unserem Blog: Wenn dir Aquarell gefällt, schau auch mal in unseren Brush Pen Vergleich — Brush Pens erzeugen ähnliche Aquarell-Effekte, aber mit mehr Kontrolle. Und wenn du lieber zeichnest als malst, ist unsere Zentangle Anleitung ein schöner Einstieg ins meditative Gestalten.
Häufig gestellte Fragen
Kann man sich Aquarell malen selbst beibringen?
Ja, absolut. Die meisten Aquarellmaler sind Autodidakten. Du brauchst keinen Kurs, um anzufangen — ein Set, gutes Papier und Übung reichen. YouTube-Tutorials sind mittlerweile so gut, dass du die Grundlagen in ein paar Nachmittagen lernen kannst. Der wichtigste Schritt: Anfangen und akzeptieren, dass die ersten Bilder Übung sind, keine Meisterwerke.
Was braucht man als Anfänger, um Aquarell zu malen?
Das Minimum: Aquarellfarben (ein Set mit 12–15 Näpfchen), einen Rundpinsel (Grösse 8 oder 10), Aquarellpapier (ab 300 g/m²) und zwei Gläser Wasser. Dazu ein Lappen oder Küchenpapier. Alles zusammen kostet unter CHF 50. Kein Vermögen — eher ein Versuch, ob es dir Spass macht.
Sind Van Gogh Aquarellfarben gut?
Ja. Van Gogh von Royal Talens ist eine der besten Marken im Einsteiger- bis Fortgeschrittenen-Bereich. Die Farben haben eine hohe Pigmentdichte, sind lichtecht (+++, also über 100 Jahre stabil) und lassen sich sauber mischen. Preislich liegen sie zwischen günstigen Schulfarben und teuren Künstlerfarben — ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Für professionelle Ausstellungsarbeiten greifen erfahrene Künstler oft zu Schmincke Horadam oder Winsor & Newton — aber bis du an dem Punkt bist, ist Van Gogh mehr als ausreichend. Die meisten Aquarellmaler starten mit Van Gogh und bleiben auch dabei.
Welche Fehler machen Anfänger im Aquarell?
Die häufigsten: zu viel Wasser (Pfützen statt Feuchtigkeit), falsches Papier (zu dünn), zu wenig Geduld (nicht trocknen lassen), zu dunkel starten (hell nach dunkel!) und zu viel kontrollieren wollen. Aquarell braucht ein gewisses Loslassen. Ausführlich habe ich die 7 häufigsten Fehler weiter oben im Artikel beschrieben.
Wie beginne ich ein Aquarellbild?
Zeichne das Motiv leicht mit Bleistift vor. Dann male die hintersten, hellsten Bereiche zuerst — Himmel, Hintergrund. Arbeite dich Schicht für Schicht nach vorn und dunkler werdend vor. Lass jede Schicht trocknen, bevor die nächste kommt. Details kommen ganz am Schluss.
Näpfchen oder Tuben — was ist besser für Anfänger?
Näpfchen. Sie sind sofort einsatzbereit, du brauchst keine extra Palette, verschwendest nichts und kannst die Box überallhin mitnehmen. Tuben lohnen sich später, wenn du grössere Flächen malen willst — dann brauchst du schnell viel Farbe, und das geht mit Tuben einfacher.
Kann man normales Papier für Aquarell verwenden?
Technisch ja, praktisch nein. Normales Papier (80 g/m²) wellt sich sofort, nimmt das Wasser nicht richtig auf und trocknet fleckig. Das Ergebnis hat nichts mit echtem Aquarell zu tun. Investiere in Aquarellpapier ab 200 g/m² — der Unterschied ist sofort sichtbar und spart dir viel Frust.
Welche Farben brauche ich als Anfänger?
Ein Set mit 12–15 Farben deckt alles ab. Die wichtigsten Einzelfarben: Kadmiumgelb, Gelbocker, Kadmiumrot, Karmin, Ultramarin, Preussischblau, Phthalogrün und Gebrannte Umbra. Damit kannst du praktisch jeden Ton mischen. Schwarz brauchst du selten — mische es lieber aus Blau und Umbra, das wirkt natürlicher.
Wie lange dauert es, Aquarell zu lernen?
Die Grundtechniken lernst du an einem Nachmittag. Bis du dich damit wohlfühlst: ein paar Wochen mit regelmässigem Üben. Bis du sagst «das kann ich» — vielleicht ein halbes Jahr. Aquarell ist eine Technik, bei der du nie aufhörst zu lernen. Aber der Spass beginnt ab dem ersten Bild.
Braucht man teures Material zum Anfangen?
Nein. Ein Van Gogh Pocket Box Set (CHF 28.90), ein Block Aquarellpapier und ein Glas Wasser — damit startest du. Teures Material macht gute Bilder nicht besser, aber schlechtes Material macht gute Bilder unmöglich. Der Trick ist: Investiere ins Papier, nicht in die teuersten Farben.
Jetzt bist du dran
Aquarell malen lernen ist kein Projekt, das du irgendwann mal anfängst. Es ist etwas, das du heute Nachmittag anfangen kannst — mit einem Set, einem Blatt Papier und einem Glas Wasser. Dein erstes Bild wird nicht perfekt. Aber es wird deins.
Deine Starter-Checkliste:
- ☐ Van Gogh Aquarell Pocket Box — CHF 28.90 (inkl. Pinsel + Mischpalette)
- ☐ Aquarellpapier 300 g/m² kaltgepresst
- ☐ Zwei Wassergläser + Küchenpapier
- ☐ Bleistift HB oder 2B
Die Van Gogh Pocket Box ist an Lager und in 1–2 Tagen bei dir. In unserem Aquarell-Sortiment findest du auch Pinsel, Papier und Zubehör. Und wenn du unsicher bist, was das Richtige für dich ist: Schreib uns. Wir beraten gerne — ehrlich, ohne Verkaufsdruck, wie in diesem Guide.

Über die Autorin
Nicole führt meinstift.ch — den Schweizer Online-Shop für Stifte, Marker und Kreativbedarf. Sie malt seit Jahren Aquarell, berät täglich Kundinnen und Kunden bei der Materialwahl und verschüttet dabei immer noch regelmässig das Schmutzwasser.